Nicht erst, seitdem der Begriff demographische Wende seinen Weg in die Medien und Politik gefunden hat, sind die Vereine auf der Suche nach Trainern für ihre Mannschaften. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Problematik der Trainersuche aus vielfältigen Gründen noch verschärft. Die Strahl- und Bindungskraft der Vereine nahm deutlich ab, neue Lebensentwürfe, weit entfernte Arbeitsstellen sowie lange und unregelmäßige Arbeitsszeiten verringern die möglichen Einsatzzeiten für einen Erwachsenen erheblich. Zudem leidet das Ehrenamt unter dem Streben nach Individualität. Daher sind die meisten Trainer sowohl bei uns als auch in den anderen Vereinen die sogenannten Vätertrainer. Ja, es gibt auch Mütter, die das machen, aber leider ist ihre Anzahl doch sehr gering.

Um in Zukunft besser aufgestellt zu sein, halten wir uns an eine alte Bauernregel: „Wer ernten will, der muss auch sähen.“ Das gilt nicht nur im Spielerbereich, sondern auch bei den Schiedsrichtern und Trainern. Zusammen mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) und seinem Junior-Coach-Programm wollen wir unsere jugendlichen Kicker sehr frühzeitig für das Ehrenamt an der Linie begeistern. Oder auch an der Pfeife. Die Ausbildungsprogramme des Fußballverbandes greifen in  der Regel erst ab einem Alter von 14 Jahren. Wir wollen beim TSV Adendorf aber noch früher mit den Ausbildungen und Einsätzen beginnen und somit die Begeisterung für unseren Sport erhalten bzw. entfachen.

Wie verläuft die Ausbildung?

Bevor die Ausbildung beim NFV mit seinem Junior-Coach-Programm beginnt, werden insbesondere die jüngeren Anwärter in den jungen Nachwuchsmannschaften eingesetzt. Je nach vorhandender Zeit bzw. Möglichkeiten begleiten sie dabei entweder einen Trainer bzw. eine Mannschaft fest oder bieten die von ihnen betriebene Trainingsstation mehreren Mannschaften unterschiedlicher Jahrgänge an.

Was macht so ein Junior-Trainer?

Er oder sie unterstützt den Trainer einer Mannschaft beim Durchführen der Trainingseinheiten, assistiert bei der Spielleitung und ist den Kindern ein wertvoller Ansprechpartner. In den Trainingseinheiten kann er nach entsprechender Anleitung einzelne Stationen selbst aufbauen und betreiben. Bei Freundschafts- und/oder Testspielen setzen wir die Juniortrainer auch als Spielleiter an der Linie ein. Das heißt, Aufstellung, Spielttaktik, Auswechslung und Kommunikation mit Gästetrainern und Schiedsrichtern liegt in ihrer Hand. Dabei bleibt die Gesamtverantwortung selbstverständlich bei dem Mannschaftstrainer bzw. dem Jugendfußballobmann.

Werden die Juniortrainer bezahlt?

Während ihrer Ausbildungsphase zum Nachwuchstrainer üben die Kinder ein Ehrenamt aus, das im Landkreis Lüneburg durch den Kreis und die Gemeinde Adendorf mit der HanseCard gefördert wird. Sobald die Ausbildung mit dem Erwerb der Junior-Coach Linzenz des NFV abgeschlossen ist, werden die Nachwuchstrainer mit den gleichen Vergütungen wie die Erwachsenen für ihren Aufwand entschädigt.