Ein langes Fußballwochenende in Bremen

Bei einem sehr starken Teilnehmerfeld erreichte unsere 2003er Mannschaft einen starken 6. Platz und ließ viele andere Teams hinter sich. Zwar war Fußball der Anlass, um überhaupt nach Bremen zu fahren. Doch auch neben dem Platz haben unsere Jungs und Mädels viel erlebt, gelacht und einfach schöne Stunden miteinander verbracht.

Der Prolog:

Die Einladung an uns war schon etwas merkwürdig. „Kommt nach Bremen, erlebt tolle Tage. Trefft auf Top-Teams und kämpft um den Titel des deutschen Jugendmeisters bei der U12.“ Meinten die Veranstalter da wirklich uns? Wir kicken in der 1. Kreisklasse, außer einzelnen Staffelsiegen in 2. und 3. Staffeln war die Pokalvitrine doch eher leer.  😎 Zudem übernachten mit der Rasselbande fern ab der Heimat? Oha. Aber egal, Trainer Piet trieb das Projekt unerbittlich voran, kümmerte sich um die Organisation und die Finanzen. Und so stand Ende November fest: Wir fahren nach Bremen.

Die Anfahrt:

Am vergangenen Freitag war es soweit. 10 Uhr treffen, einladen, Mutti ein Küsschen geben 😳  und auf ging die Reise. In beiden Bussen war die Stimmung gut, es wurde laut Musik gehört und die ersten Geschichten über einen ominösen Kuchen machten die Runde. Eine kleine Stärkung zwischendurch beim großen M und dann ging es weiter zum ersten Ereignis des Tages. Doch dazu später mehr. Denn erstmal ein großes Lob und vielen Dank an Jens, der einen der beiden Busse fuhr und damit den Ausflug überhaupt erst mit ermöglicht hat. Als wir später dann in unserem tollen Hostel eintraffen gab es großes Gelächter: Die Jungs im 6er Zimmer mussten ihre Betten selbst beziehen, was nicht wenige vor eine unüberwindliche Hürde stellte. :mrgreen:

Der Besuch im Weserstadion:

Ja, Joshi, wir können da mal kurz anhalten und ein paar Bilder machen.  😆 Kleine Überraschung für unsere nichtsahnenden Kinder. Zwar musste der ein oder andere sein weiß-blau-schwarzes Fußballerherz unter seiner Jacke verstecken, doch die Führerin Sara erklärte ihren Verein mit viel Herzblut und Hingabe. Zudem gab es viel zu sehen. Und manch einer fühlte sich schon wie bei den Profis. Mehrmals kam auch die Frage „Heute Abend spielen wir hier?“ „Klar. Wo denn auch sonst in Bremen?“ Danke an Jens, das er das ganze Grün-Weiss sowie den ominösen Geruch so tapfer ertragen hat.

Die Begrüßung und das Eröffnungsspiel:

Nach dem ersten Essen ging es direkt auf den Platz. Noch nicht zum Kicken. Erstmal galt es die Eröffnungsfeier zu absolvieren. Zuvor trafen wir schon auf unseren ersten Gegner: den TSV Winsen, der sich schon fleissig am warmmachen war. Zu den Klängen der Trommler marschierte unser Team ein und tanzte sich beim Ausmarsch schon mal warm. Dannach schnell zum Eröffnungsspiel und richtig warmmachen. Beide Teams begrüßten sich herzlich. Das letzte Aufeinandertreffen war Ewigkeiten her. Von Beginn an zeigten beide Teams, wozu sie hier waren: Volle Kraft voraus, kein Abwarten, kein Abtasten. Unsere Jungs und Mädels waren von Beginn an heiß und machten gleich mal ordentlich Druck. Der TSV Winsen wirkte überrascht, stand recht tief. Wir hatten einige Chancen, doch noch hielt der gegnerische Torwart stark. Nach 10 Minuten drehte sich das Spiel komplett. Nach einem tollen Konter der Winsener, der erst durch den Pfosten gestoppt werden konnte, rissen sie das Spiel an sich und uns weit hinten rein. So sah es zumindest optisch aus. Doch unser Team behielt einen klaren Kopf. Gemeinsam gewannen sie die Duelle auf den Flügel, wehrten alle Durchbruchsversuche ab. Besonders Antonia rackerte fleissig und machte ihre Gegenspieler irre. Somit verlagerten sich die Winsener auf knallharte Distanzschüsse. Doch wir hatten unseren Super-Joshi im Kasten. Völlig ruhig hielt er die Bälle oder ließ das Gehäuse für sich die Arbeit machen. 😆  Eine starke Parade nach der anderen machte alle Chancen des TSV Winsen zunichte. Nach 10 Minuten reichte es uns. Unsere beiden Stürmer Tim und Max hatten sich ausreichend von der hektischen Anfangsphase erholt. Passend gewechselt und gleich wieder die Taktik gewechselt: Vom Einigeln hin zur klaren Offensive. Wir erwischten Winsen damit eiskalt. In der 21. Spielminute erzielte Max das 1:0, gleich darauf Tim zum 2:0 Endstand. Jubel auf unserer Seite und die vielen, vielen zwei Fans aus Adendorf jubelten und feierten ihre Mannschaft für den Auftaktsieg. Danke hier nochmal an den TSV Winsen für das schnelle, spannende Spiel. Auf der Rückfahrt sang die Mannschaft in beiden Bussen ihre Lieder. Nach dem Duschen ging die Party auf den Zimmern weiter. Erst weit nach Mitternacht kehrte Ruhe an Deck ein.

Der Turniertag am Samstag:

Leichte Katerstimmung am frühen Morgen. Lange feiern, früh raus. 7.00 Uhr Frühstück, anschließend die lange Fahrt zum Stadion. Warmmachen auf einem schönen Ascheplatz. Der erste Gegner des Tages, die JSG Leinetal 1 war dagegen hellwach. Von Beginn an schnürrten sie uns ein, wir kamen oft einen Schritt zuspät. Schnell fingen wir zwei  Tore, viele weitere wurden durch unseren tollen Keeper verhindert. Erst in den letzten 10 Minuten erwachte das Team und spielte deutlich verbessert mit. Das machte Hoffnung auf mehr. Doch erstmal ging es zur Hüpfburg. Einige Hungrige verschlangen die ersten leckeren Bratwürste (danach wollte keiner mehr eine).

Der nächste Gegner war das Spitzenteam des RC Hades aus Belgien. Die Kicker kommen dort aus einer Fußballschule. Dementsprechend klar waren die Ergebnisse gegen die anderen Teams: teilweise sogar zweistellig.  😯 Aber wir hatten uns fest vorgenommen: Wir erzielen ein Tor und gehen keinesfalls zweistellig unter. Die Spielweise der Gegner hatten wir Trainer genau beobachtet und die ein oder andere Stelle zum ansetzen gefunden. Schnell noch Joshi und die Stürmer Tim und Max instruiert. Unser Plan ging voll auf. Hades spielte tollen Fußball, ließ den Ball gut laufen. Wir nutzten dagegen die Brechstange und hauten einfach mal drauf: Tief stehen, lang abschlagen. Bämm. 1:0 durch Tim. Gleich darauf noch zwei, drei Chancen durch uns. Reaktion der Belgier? Völlig unbeindruckt.  😮 Sie freuten sich eher total darüber, spielten munter weiter und suchten zielstrebig nach intensivem Flügelspiel den Abschluss. Doch Joshi parierte ein ums andere Mal. Oder ein Verteidiger ging dazwischen. Klar, irgendwann fingen wir uns die Tore. Aber hey, es war ein Wahnsinnsspiel unserer Kicker: Leidenschaft pur gegen tolle Technik. Und sehr fair. Besonders bemerkenswert: Beim Stand von 1:0 duellierte sich Tobias mit seinem Gegenspieler an unserem Strafraum. Er rutsche auf dem nassen Rasen weg. Freie Bahn für den Belgier auf dem Weg zum Tor. Doch dieser wartete, bis Tobias wieder aufstand und spielte erst dann weiter. Sehr fair.

Durch die Ergebnisse in den anderen Spielen bestand nach unserem tollen Eröffnungsspiel sogar die Chance, den zweiten Platz zu erreichen. Dazu brauchten wir aber Tore und dementsprechend stellten wir Trainer sehr offensiv auf. Finn erzielte schnell die Führung, welche Max mit einem tollen Heber über den Torwart weiter ausbaute. Aber auch die Gäste hatten was drauf, kamen mehrmals vor unser Tor. Aber dort hatten wir ja Joshi. Selbst durch einen mehr als fragwürdigen Elfmeter ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen. Unter den Anfeuerungsrufen seiner Mitspieler parierte er den Ball. Perfekt! Mit dem Sieg waren wir Gruppenzweiter. Danke an Familie Lahme für den Unterstützungsbesuch und das Anfeuern.

Der Samstag Nachmittag:

Alle Spiele geschafft. Endlich ausruhen und ab ins Vergnügnen. Erst den Burgerstand geplündert, dann das Rahmenprogramm vor Ort durchlaufen. Mit den Wittorfern einige U13 Spiele angeschaut. Nach der Rückfahrt zum Hostel durften erstmal alle duschen und sich schick machen: denn im Anschluss ging es in die Stadt zum Bundesliga-Schauen. Mitten unter Hunderten von Bremern erlebten wir das letzte Heimspiel von Werder Bremen in dieser Saison. Dannach wieder Essen und ab zum Team-Bowling. Vielen Dank an Matthias vom MTV Wittorf für den tollen Tipp. Hanna erzielte den ersten Strike des Tages. Insgesamt spielten unsere beiden Bowling-Teams wieder perfekt: Ausgleich mit dem letzten Wurf. Ein Teufelskerl, dieser letzte Werfer.  😎

Der Finaltag:

Lange ausschlafen war diesmal möglich. Das nutzten die Kinder auch und so ging es ausgeruht auf den Platz. Wir trafen dort auf den TSV Godshorn, eine Mannschaft aus einem Vorort von Hannover. Sie hatten ihren Gegner in der Gruppenphase eine Reihe beeindruckender, oft zweistelliger Niederlagen, beigefügt. Sehr fair begrüssten sich beide Teams, dann begann das Spektakel. Der Gegner begann sofort mit dem Druck über den Flügel. Ständige Versuche über die Flügel zu durchstoßen und in unseren Rücken zu kommen. Wir hatten das erwartet und zogen zwei Dreier-Abwehrketten auf. Ein ständiges Verschieben war notwendig. Unsere Kinder liefen und liefen. Das Verschieben ohne Ball ist für einen Fußballer echt frustrierend, aber taktisch absolut notwendig. Im Tor hielt Joshi mittlerweile schon gewohnt bärenstark. Wir kassierten drei Tore, trotztem dem Gegner aber das knappste Resultat im bisherigen Turnierverlauf ab. Selbst die andere Mannschaft der Belgier hatte mehr Tore kassiert. Eine tolle Teamleistung der Adendorfer gegen den späteren Turniersieger.

Im zweiten Spiel des Tages ging es gegen den SV 06 Lehrte. Hier galt es mal wieder offensiv zu agieren. Jens hatte den Gegner schon auch gut ausgeguckt und uns eine passende Taktik empfohlen. Das klappte auch ganz gut, leider trafen wir nicht ins Tor. Mit zunehmender Spieldauer kam der Gegner ins Spiel und damit auch vor unser Tor. Doch Joshi hielt wieder perfekt. Nach einigen Wechseln und einem wieder „nüchtern“ werdenden Finn rissen wir das Spiel dann an uns. Sehenswertes 1:0 durch Tim, der perfekt von Finn bedient wurde. Gleich darauf umgedreht zum 2:0. Der Glanzpunkt für die Offensive war sicherlich der 20 m Schuss von Max. Kurz vor Ende gelang dem Gegner noch der Ehrentreffer.

Im letzten Spiel ging es wieder gegen die erste Mannschaft der JSG Leinetal. Unser Team begann gut, kam schnell ins Spiel und hielt gut dagegen. Die Konzentration schwand etwas, wir kassierten zwei schnelle Gegentore. Doch noch einmal rafften sich die Adendorfer auf, gestalteten das Spiel völlig offen, belohnten sich aber leider nicht mit einem Tor. Aber man konnte auch hier wieder sehen: Sie haben verdammt viel gelernt in den letzten Tagen.

Das Finale zwischen dem TSV Godshorn und dem RC Hades war phantastisch, einfach der Wahnsinn was beide Teams da auf dem Rasen abgeliefert haben. Die Niedersachsen bewiesen mehr Leidenschaft, überstanden eine kritische Phase in Unterzahl und belohnten sich selbst mit einem tollen Tor. Wir haben uns da das ein oder andere abschauen können. Mal sehen ob es auch bei uns so klappt. 😉

Unsere Ergebnisse:

In der Gruppenphase:

TSV Winsen gegen TSV Adendorf endete mit 0:2

TSV Adendorf gegen JSG Leinetal 1 endete mit 0:2

TSV Adendorf gegen RC Hades 1 endete mit 1:3

TSV Adendorf gegen SG Strudden/Horsten 1 endete mit 2:0

In der Finalphase:

TSV Adendorf gegen TSV Godshorn endete mit 0:3

SV 06 Lehrte gegen TSV Adendorf endete mit 1:3

TSV Adendorf gegen JSG Leinetal 1 endete mit 0:3

Das Fazit:

Es war ein tolles, ein erlebnisreiches Wochenende. Wir haben viel gelacht, gesehen, viel gespielt und viele Spiele gesehen. Unsere Kicker haben viel Zeit auf und neben dem Platz miteinander vollbracht, sich während der Spiele angefeuert, aufgemuntert, gemeinsam gejubelt und gegenseitig gestützt, wenn es notwenig war.

Danke an Jens und Jana für eure große Hilfe vor Ort.

Danke an die 2003er Jungs und Mädels. Das Wochenende war von euch für euch. Ihr habt das Geld für das Turnier erwirtschaftet, ihr habt Fußball auf und neben dem Rasen gelebt, wart eine Gemeinschaft in den vielen Gemeinsamen Stunden. Gerne wiederholen wir Trainer das mit euch.

Das Turnierteam bestand aus:

Hanna, Antonia, Max, Finn, Tim, Justin, Dustin, Florian K., Florian S., Joshua, Tobias,

Das Betreuer- und Trainerteam bestand aus:

Jana, Jens, Piet, Roman

Der Epilog:

Als hätten sie nicht genug Zeit miteinander vollbracht: Zwar war Montag trainingsfrei, was aber nicht die Kinder abhielt, sich wieder im Garten des Trainers zu sammeln und eine Runde zu kicken.

2 Antworten zu “JG 2003: Eine Reise nach Bremen”

  1. Helmut Woehlbier sagt:

    Ein wirklich spannender und toller Bericht. Ich bin stolz über den Einsatz und die Leistung der Enkel-Generation.

  2. Ich freue mich über die Ergebnisse und tolle Kameradschaft während des Turnieres,es war für alle ein tolles Erlebnis.Ich Wünsche Joshua noch viele gute Spiele,da sieht man auch ,das hartes Training sich bemerkt macht.

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