Jeder neuer Spieler und seine Eltern, aber auch „altgediente“ Fußballexperten des Jahrgangs stellen uns Trainern oft genug die Frage: „Bin ich gut (genug)?“ Das kann man sicherlich einfach mit ja oder nein beantworten. Ob zudem das Beantworten der Frage gegenüber einem Siebenjährigen, der noch sein ganzes Sportlerleben noch vor sich hat, sinnvoll ist oder nicht, mag dahingestellt sein. Doch welche Maßstäbe legen wir Trainer bei der Beurteilung der Kinder an? Hier also ein kleiner Einblick in unsere Ausbildungsphilosophie oder die Beantwortung der Fragen, was wollen wir wann mit wem erreichen? Welchen Zielen verpflichten wir uns und welche Folgen entstehen daraus für die Ausbildung der Spieler, die Aufstellungen und die Taktik innerhalb des Jahrgangs?

Die Gründzüge

Für den Jahrgang 2008 haben sich frühzeitig gleich vier Trainer gefunden, so das wir bei der möglichen Teamgestaltung recht flexibel sein können. Diese tolle Vorbedingung wurde sogar noch durch die Kinder verstärkt. Ein gutes Drittel (~ 8 Kinder) haben schon eine Saison bei den 2007ern hinter sich. Zudem haben viele andere Kinder ein langes und intensive Training in den Adendorfer Kindergärten hinter sich und mit der Kindergarten WM im  Sommer 2014 einen fußballerischen Höhepunkt erlebt. Damit stehem uns Trainern anders als in anderen Jahren exzellente Ausgangsbedingungen bereit: Viele leistungsstarke- und willige Kinder sowie zahlreiche, erfahrene Trainer. Als Verein vor Ort sehen wir uns in erster Linie der Breitenförderung verpflichtet. Das heißt, wir wollen möglichst vielen Kindern das Fußballspielen (und dieses dann unter Wettkampfbedingungen) ermöglichen. Insofern es die Anzahl der Kinder zulässt, werden wir mit zwei oder gar drei Mannschaften antreten. Die gute Ausgangslage lässt in diesem Jahr aber von vornherein eine Spitzenförderung in Form eines Leistungsteams zu.

Warum machen wir das nun so? Zum einem reden wir hier über Kinder, die Fußball als Hobby und nicht als Erwerbstätigkeit erleben und begreifen. Die Kinder durchlaufen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihre Entwicklungsschübe. Der zarte Blümchenpflücker von heute ist möglicherweise morgen der eisenharte Abwehrchef und Star seines Teams. Kinder entwickeln sich also, zudem durchläuft der Jahrgang an sich auch mehrere fußballerische Entwicklungsstufen. Anfangs spielen wir in 6er-Teams, dann auf 7er und als Zwölfjährige dann auf dem 9er-Feld. Als 14jährige spielen die Jugendlichen dann wie die Erwachsenen auf dem 11er Feld. Das heißt, im Verlaufe der Zeit braucht der Jahrgang immer mehr Spieler für den Spielbetrieb in seinen Mannschaften. Und wenn wir sie heute nicht selber ausbilden, dann fehlen sie uns später. Wir wollen also rechtzeitig „säen“, um später „ernten“ zu können. Zum anderen haben wir aber auch Kinder, denen Fußball alles bedeutet. Die Willens und in der Lage sind, sich intensiv mit ihrem Sport zu beschäftigen und dort zu den Besten gehören zu wollen.

Beiden Anforderungsbereichen gerecht zu werden ist immer schwer. Dies gelingt im optimalen Zustand nur selten. Zumal die Erfahrung aus den vergangenen Jahren gezeigt hat, das mühsam „aufgepäppelte“ Spieler von heute auf morgen die Mannschaften verlassen und somit große Lücken in die aufgebauten Strukturen reißen. Mannschaften haben dann teilweise zu wenig Spieler für den laufenden Spielbetrieb oder mussten die ein oder andere Niederlage hinnehmen, nur damit die dann später abgehenden Kinder genügend Spielerfahrungen bekommen konnten.

Die unterschiedlichen Mannschaften

Was heißt das nun für die Aufstellung einer Mannschaft und die Auswahl ihrer Spieler? Wir werden nicht wild zusammengewürfelte Mannschaften auf das Feld schicken, sondern gut strukturierte Mannschaften, den an sie gestellten Anforderungen gerecht werden. Denn es gilt auch zu berücksichtigen: Kinder spielen Fußball, um zu gewinnen bzw. um möglichst viele Tore zu schießen. Niemand verliert gern und Kinder schon gar nicht. Der Fußballkreis Lüneburg hat vor einiger Zeit eine neue Staffeleinteilung anhand der Leistungsfähigkeit der einzelnen Mannschaften eingeführt. Damit ist es für uns Trainer möglich, klare Ziele für einzelne Mannschaften zu vorzugeben und diese dann mit den passenden Spielern zu befüllen.

  • Das Ziel der ersten Mannschaft wird es sein, dauerhaft in der Meisterstaffel mitspielen und um den Titel kämpfen zu können.
  • Das Ziel der zweiten Mannschaft wird es sein, ein solide und ausgewogenes Team zu bilden, das grundsätzlich alle gleichstarken und schwächeren Gegner schlagen kann sowie den Topteams einen guten Kampf liefern wird.
  • Das Ziel der dritten Mannschaft wird es sein, unerfahrene Spieler auszubilden, mit Spielpraxis zu versorgen und in ihrer Liga sich gegen jeden Gegner behaupten zu können.

Unser Aufgabe als Trainer ist es also, für die unterschiedlichen Aufgaben die passenden Mannschaften aufzubauen, weiterzuentwickeln und die willigen Kinder in ihren fußballerischen, sozialen und körperlichen Entwicklung zu unterstützen. Ein Ziel soll auch sein, den sportlichen Abstand zwischen erster und zweiter Mannschaft so klein wie möglich zu halten.

Welche Ausbildungsziele haben wir aktuell?

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Wie ist der zeitliche Ablauf in naher Zukunft?

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